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Kreislaufkollaps im Biergarten

2026-06 – Biergarten – Rolle: Patient

Verlauf

Ausgangslage

Nach körperlicher Arbeit am Vormittag als CSD-Volunteer in der Sonne, später im Biergarten. Hatte vorher Alkohol getrunken, im Biergarten nur eine Spezi. Bemerkte, dass es dem Kreislauf nicht gut ging und warnte den anwesenden Freund. Kurz darauf Bewusstseinsverlust.

Maßnahmen

Freund legte Patient auf die Bank. Erbrechen der Spezi. Patient kam nach ca. 1 Minute wieder zu sich. Rettungsdienst wurde gerufen, dann abbestellt, später erneut gerufen.

Geschehnisse

Patient war ca. 1 Minute bewusstlos. Nach Wiedererlangen des Bewusstseins kaltschweißig. Versuch aufzustehen scheiterte zunächst, Patient legte sich wieder hin. Andere Personen im Biergarten suggerierten dem Patienten, nach Hause zu gehen, da Kinder anwesend seien - offenbar wurde die Situation als Alkoholintoxikation fehlinterpretiert. Nach einer Weile Besserung. Als der Rettungsdienst eintraf, ging es dem Patienten wieder so gut, dass er ihnen entgegengehen konnte. Gespräch mit dem Rettungsdienst, keine weitere Untersuchung notwendig. Patient fuhr normal nach Hause.

ABCDE-Schema (strukturierte Patientenerstuntersuchung)

A – Airway (Atemweg)
Atemweg frei, Patient kam wieder zu sich und war ansprechbar.
B – Breathing (Atmung)
Keine Auffälligkeiten bekannt.
C – Circulation (Kreislauf)
Kreislaufkollaps mit Bewusstseinsverlust. Kaltschweißigkeit. Puls nach Wiedererlangen des Bewusstseins wieder in Ordnung.
D – Disability (Neurologie)
Nach der Synkope (Kurzzeitiger Bewusstseinsverlust) wieder bei Bewusstsein. Hatte vorher Alkohol getrunken, fühlte sich aber nicht mehr alkoholisiert.
E – Exposure / Environment
Kaltschweißigkeit nach Wiedererlangen des Bewusstseins. Versuch aufzustehen zunächst nicht möglich.

SAMPLER (standardisierte Patientenbefragung)

S – Signs/Symptoms (Symptome):
Synkope (Kurzzeitiger Bewusstseinsverlust) ca. 1 Minute, Erbrechen, Kaltschweißigkeit (Kalter, feuchter Schweiß). Patient hatte Warnsignale bemerkt und kommuniziert.
A – Allergies (Allergien):
Keine bekannten Allergien.
M – Medications (Medikamente):
Keine Angaben zu Medikamenten.
P – Past history (Vorgeschichte):
Keine bekannten relevanten Vorerkrankungen.
L – Last meal (Letzte Mahlzeit):
Hatte getrunken (Alkohol am Vormittag/früher, Spezi im Biergarten). Hatte an dem Tag nichts gegessen.
E – Events (Ereignisablauf):
Sehr heißer Tag. Körperliche Arbeit am Vormittag beim CSD in der Sonne. Alkoholkonsum. Warnsignale (Unwohlsein, Kreislaufprobleme) wurden bemerkt.
R – Risk factors (Risikofaktoren):
Hitze, körperliche Anstrengung, vermutlich Dehydrierung (Flüssigkeitsmangel) trotz Flüssigkeitsaufnahme, Alkoholkonsum, keine Nahrungsaufnahme am Tag.

Nachbetrachtung

Zusammenfassung

Patient mit Synkope (Kurzzeitiger Bewusstseinsverlust) im Biergarten nach körperlicher Anstrengung in der Hitze und Alkoholkonsum. Bewusstseinsverlust ca. 1 Minute, Erbrechen, Kaltschweißigkeit (Kalter, feuchter Schweiß). Freund blieb beim Patienten. Patient wurde auf Bank gelegt (keine stabile Seitenlage). Trotz Erbrechen keine Aspiration. Nach Erholung keine weitere medizinische Versorgung notwendig. Verdachtsdiagnose: Hitzesynkope bei Kombination aus Hitze, Anstrengung und Alkohol.

✅ Gut gelaufen

  • Warnsignale wurden bemerkt und kommuniziert
  • Freund blieb beim Patienten und half
  • Rettungsdienst wurde gerufen (Absicherung)
  • Patient erholte sich vollständig
  • Patient verschluckte sich trotz Erbrechen nicht

🔧 Was wir besser machen können

  • Warnsignale früher ernst nehmen und sofort Pause machen
  • Mehr Pausen bei körperlicher Arbeit in der Hitze einlegen
  • Elektrolythaltige Getränke statt nur Wasser/Spezi
  • Vor körperlicher Anstrengung essen - leerer Magen ist ein erheblicher Risikofaktor
  • Alkoholkonsum bei Hitze und Anstrengung vermeiden oder stark reduzieren
  • Nach dem ersten Kreislaufproblem nicht versuchen aufzustehen, sondern länger liegen bleiben
  • Lernerfahrung: Bei Bewusstlosigkeit möglichst schnell stabile Seitenlage herstellen - insbesondere wichtig bei Erbrechen, um Aspiration zu verhindern. In diesem Fall war der Bewusstseinsverlust kurz (ca. 1 Minute), sodass keine Zeit für die Seitenlage blieb - sie wäre vermutlich der nächste Schritt gewesen.
  • Für Außenstehende: Nicht vorschnell urteilen. Bewusstlosigkeit/Kollaps kann viele Ursachen haben - medizinische Notfälle sehen manchmal aus wie Alkoholintoxikation. Erst helfen, dann urteilen.

Fazit

Auch wenn man viel trinkt, kann die Kombination aus Hitze, körperlicher Anstrengung, Alkohol und fehlender Nahrungsaufnahme zu einem Kreislaufkollaps führen. Warnsignale müssen ernst genommen und sofort mit einer Pause reagiert werden. Bei Bewusstlosigkeit sollte die stabile Seitenlage hergestellt werden - insbesondere bei Erbrechen wichtig, um Aspiration zu verhindern. In diesem Fall war der Bewusstseinsverlust kurz (ca. 1 Minute), sodass zunächst nur Zeit war, den Patienten auf die Bank zu legen. Stabile Seitenlage wäre vermutlich der nächste Schritt gewesen. Glücklicherweise kam es trotz Erbrechen nicht zu Komplikationen. Wichtig: Nach einer Synkope (Kurzzeitiger Bewusstseinsverlust) nicht zu schnell wieder aufstehen - der Kreislauf braucht Zeit zur Erholung.

Für Außenstehende gilt: Bewusstlosigkeit oder Kollaps nicht vorschnell als Alkoholintoxikation abtun. Medizinische Notfälle können ähnlich aussehen. Erst Hilfe leisten oder professionelle Hilfe holen, bevor man urteilt.